Fribourg Poya Situation am Bier Zug

Gerne gebe ich euch zusätzliche Hintergrundinformationen dazu, weshalb wir schlussendlich – und sehr kurzfristig – auf den Halt in Fribourg Poya verzichten mussten: 

 

Als am Donnerstagabend feststand, dass Fribourg-Gottéron erstmals Schweizer Meister im Eishockey geworden ist, mussten wir davon ausgehen, dass am Samstag auf dem Gelände der Freiburger Biermanufaktur mit einem ausserordentlich hohen Besucheraufkommen zu rechnen sein würde. Zu diesem Zeitpunkt stellte dies jedoch noch kein Problem dar, da uns die Freiburger Biermanufaktur während unseres Aufenthalts grosszügig unterstützen wollte – unter anderem mit der Bereitstellung von nicht weniger als zwölf Zapfhähnen sowie ausreichend Platz und Personal, das während unseres Halts ausschliesslich für uns im Einsatz gewesen wäre.  

 

Eine erneute Lagebeurteilung am Freitagmorgen ergab jedoch, dass das Areal der Brauerei bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ausserordentlich stark frequentiert war. In der Folge wurde allen Beteiligten bewusst, dass die Situation kritisch werden könnte – insbesondere, falls zeitgleich mit unserem geplanten Aufenthalt zusätzlich eine offizielle Meisterfeier mit Fanmarsch stattfinden sollte. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Stadion sowie der vorhandenen Infrastruktur mit umfangreichem Verpflegungsangebot stellte das Gelände einen zusätzlichen Anziehungspunkt für Fans dar. Gleichzeitig war es den Organisatoren (Fan- und Hockey-Club) in der kurzen Zeit nach Bekanntwerden des Meistertitels kaum möglich, rund um das Stadion eine adäquate Verpflegungslogistik aufzubauen. Die Behörden (Kantonspolizei Freiburg) sicherten uns zwar zu, dass die Zufahrt zum Brauereigelände zu unserer geplanten Ankunftszeit grundsätzlich möglich gewesen wäre. 

 

Am Freitagnachmittag wurde dann bekanntgegeben, dass am Samstag ab 16:00 Uhr ein Fanmarsch durch die Stadt Fribourg stattfinden würde, der sich in Richtung Stadion – und somit auch in Richtung der Freiburger Biermanufaktur – bewegen sollte. Damit verschärfte sich die Lage erheblich: Auf der einen Seite das Stadion mit bereits wartenden Fans, auf der anderen Seite der Fanmarsch mit mehreren tausend Teilnehmenden – und dazwischen das Brauereigelände, genau zum Zeitpunkt unserer geplanten Ankunft. 

 

Zusätzlich erhielten wir Kenntnis von einzelnen Vorfällen im Umfeld des Brauereigeländes während der Feierlichkeiten nach dem Meistertitel. Auch wenn diese nicht gravierend waren, mussten wir in unsere Planung einbeziehen, dass bei grossem Andrang sowohl die Sicherstellung der Verpflegung als auch der ordnungsgemässe Betrieb der Infrastruktur nicht in jedem Fall gewährleistet werden kann. Eine Abklärung seitens der Brauerei, ob für den Samstagnachmittag zusätzliche externe Verpflegungsstände zur Entlastung eingerichtet würden, blieb ohne verlässliche Zusage – was angesichts der sehr kurzen Vorbereitungszeit durchaus nachvollziehbar ist. 

 

Unsere Verpflegung (Burger) wäre rund 30 Minuten vor unserer Ankunft bei der Brauerei geliefert worden. Allerdings erfolgte am Freitagnachmittag seitens der Behörden der dringende Aufruf, das Gebiet rund um die Brauerei weiträumig zu umfahren. Eine verlässliche Zufahrt für die Lieferung konnte uns daher nicht mehr garantiert werden, da sich die zuständigen Stellen vollständig auf die Organisation des Fanmarsches konzentrieren mussten. 

 

Ein weiterer kritischer Punkt betraf die Weiterreise: Nach dem geplanten Halt in Fribourg Poya hätten wir zeitnah wieder in den Zug einsteigen müssen. Unser Zeitfenster dafür betrug lediglich drei Minuten. Während bei unserer Ankunft möglicherweise noch überschaubare Verhältnisse geherrscht hätten, war aufgrund des ab 16:00 Uhr beginnenden Fanmarsches mit einer raschen und massiven Zunahme der Menschenmenge zu rechnen. Da der Zugang zu den Perrons erhöht liegt und gleichzeitig eine attraktive Sicht auf den Fanmarsch bietet, bestand das Risiko, dass dieser Bereich stark überfüllt oder sogar blockiert gewesen wäre. Eine sichere und vollständige Weiterfahrt hätte unter diesen Umständen nicht gewährleistet werden können. Zudem stellen überfüllte Perrons ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. 

 

Um dennoch auf verschiedene Szenarien vorbereitet zu sein, organisierten wir am späten Freitagabend zusätzliches Bier für den Zug – quasi als Ersatz für die beiden Biere der Freiburger Biermanufaktur. Ab Samstag, 08:00 Uhr standen wir zudem in engem, stündlichem Austausch mit der Brauerei zur laufenden Lagebeurteilung. Dabei wurde uns bestätigt, dass bereits in der Nacht zuvor ein sehr hoher Konsum und Besucherandrang verzeichnet worden war und für den Samstag mit einer weiteren deutlichen Zunahme gerechnet werden müsse – möglicherweise bereits vor Beginn des offiziellen Fanmarsches. Die Besucherzahlen wurden für die Nacht auf Freitag auf rund 30’000 geschätzt, für den Samstag rechnete man zu diesem Zeitpunkt mit etwa 50’000 bis 70’000 Personen. 

 

Um 14:00 Uhr fiel schliesslich in gemeinsamer Abstimmung der Entscheid, auf den Halt in Fribourg Poya zu verzichten. Da Zugfahrten mit Personen bewilligungspflichtig sind, konnte die Weiterfahrt bis zu unserem nächsten Halt in Thörishaus Station erst kurz vor 15:00 Uhr definitiv bestätigt werden. Ursprünglich war vorgesehen, den Zug ohne Gäste nach Thörishaus Station zu überführen, während die Gäste in Fribourg-Poya die Freiburger Biermanufaktur besuchen und anschliessend wieder zur Station zurückkehren. 

 

Gemäss unserem Zugführer erwies sich die Weiterfahrt bis Thörishaus Station im Nachhinein als klar richtige Entscheidung, da die Perrons in Fribourg-Poya auf der Rückfahrt massiv überfüllt waren und auch das Areal der Freiburger Biermanufaktur komplett ausgelastet war. 

 

Ich danke euch nochmals herzlich für euer Verständnis am vergangenen Samstag und hoffe, dass unser alternatives Programm mit den Surprise-Bieren gefallen hat. 

 

Ein besonderer Dank gilt zudem der Freiburger Biermanufaktur, die uns trotz Dauerbelastung unbedingt empfangen wollte und uns ab Freitag laufend über die aktuelle Situation vor Ort informiert hat. Ebenfalls möchten wir uns bei den Verantwortlichen des Vereins Pendelzug Mirage für die umgehende Einholung der Bewilligung zur Weiterfahrt bedanken.